Dieses Video thematisiert das zweite Gebot und das Bild Gottes. Wenn Gott als Garantie in einem Bild gefangen werden soll, um ihn immer verfügbar zu haben, so greift dies seine Göttlichkeit an. auch das Vertrauen auf sein Versprechen wird damit gemindert. Dadurch werden Teile von Gott ausgeschlossen und Teile vergrößert. Gott ist nicht nur männlich. Gott hat Namen, die Bilder auflösen wie Luft, Nacht, Wasser, Wunder. Gott will mit seinen Geboten die Freiheit des Menschen sichern, auch gegen ihn selbst und sein Übermaß und seine Beschränktheit.
Fulbert Steffensky zeigt, wieso die 10 Gebote heute noch aktuell und höchst politisch sind. Er liest aus seinem Buch "Die Zehn Gebote - Anweisungen für das Land der Freiheit" vor.
Das Medium „Das zweite Gebot – Du sollst dir kein Bild machen“ erschließt das Bilderverbot des Alten Testaments als eine tiefgehende Reflexion über die Grenzen menschlicher Vorstellungen von Gott. Der Text zeigt zunächst, dass religiöser Glaube auf Bilder angewiesen ist, weil Menschen über die großen Erfahrungen des Lebens wie Liebe, Hoffnung, Trauer oder Sehnsucht nicht allein in abstrakten Begriffen sprechen können. Gleichzeitig wird deutlich, dass jedes Gottesbild begrenzt bleibt und die Gefahr birgt, Gott auf menschliche Vorstellungen festzulegen. Anhand der Erzählung vom Goldenen Kalb wird verdeutlicht, wie ein Gottesbild zum Götzenbild werden kann, wenn Menschen versuchen, Gott verfügbar, berechenbar und kontrollierbar zu machen. Darüber hinaus setzt sich das Medium kritisch mit traditionellen Gottesbildern auseinander, insbesondere mit ausschließlich männlichen Gottesvorstellungen. Es lädt dazu ein, die Vielfalt religiöser Sprache wahrzunehmen und neue Bilder und Namen für Gott zu entdecken, ohne das göttliche Geheimnis auf eine einzige Vorstellung zu reduzieren. Das Zweite Gebot erscheint damit als Schutz der Freiheit Gottes und zugleich als Schutz menschlicher Freiheit vor ideologischen und religiösen Verengungen.